Die Mitte Kanton Zug

Von Sturheit, Kompromissen und Lösungen


Die beiden letzten Kantonsratssitzungen waren wohl sowas wie der Auftakt für diverse Wahlkampagnen oder, in diesen Fällen vielleicht doch besser, Wahlkämpfe?
Im beruflichen als auch im privaten Umfeld müssen wir immer wieder von unseren Idealvorstellungen abweichen. Im Privaten zum Beispiel für die Ferienplanung, ich will in den Norden und die Familie zu Hause bleiben. Oder, leiste ich mir einen SUV oder reicht ein Kleinwagen doch aus? Im beruflichen Alltag stellen sich Fragen wie, braucht es für die Offerte an den wichtigen Kunden noch einen zusätzlichen Rabatt oder kann ich den Auftrag mit der bestehenden Infrastruktur noch abwickeln oder soll ich meine Wunschmaschine doch beschaffen? In diesen Fällen verhalten wir uns in der Regel ja sehr lösungs- und zielorientiert. Es scheint aber so zu sein, dass wenn Partei-ideologien stark im Fokus und im Vordergrund sind und auch eine gewisse Partei – Gruppendynamik vorherrscht, blendet man die gangbare Lösung komplett aus.
Generell und explizit in unserem Kanton und unseren Gemeinden, mit den überschaubaren Grössenverhältnissen, müssen doch Lösungen erstrebenswert und möglich sein. Das kann heissen durch Verzicht von „so wichtigen“ Teilen der eigenen Maximal Forderungen mit allen beteiligten Seiten eine Lösung zu finden, einen Kompromiss.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass man sich vor dem Wort Kompromiss scheut? Scheut, weil das Wort in früheren Zeiten eher negativ interpretiert wurde, wie „ein fauler Kompromiss“ oder „Lass dich in keinen Kompromiss ein; du verlierst die Sache, das ist gewiss!“. Dabei war schon in der römischen Antike der Kompromiss ein gängiges Mittel der Rechtsprechung.
Auch Sturheit ist ja nicht per se etwas Negatives sondern zeigt auch Beharrlichkeit. Aber es bleibt die Gefahr, dass ein sturer Mensch sich in seinen eigenen Ideen und Meinungen verrennt.
Wenn man sich aktuell schon vermehrt in „Kämpfe“ begibt, können wir uns ja zum Ziel setzen, dass wir von anderen Beteiligten und Betroffenen Zugeständnisse abringen, die eigenen Positionen dann aber auch in Richtung Einigung verschieben und somit einen Ausgleich anstreben können. Denn manchmal ist Verzicht der erste Schritt zur Lösung die uns alle bereichert. So ganz nach dem Grundsatz „Leben und leben lassen“. Ich finde dies Positiv und freue mich wenn nach den Wahlen wieder vermehrt auf Lösungsfindung gesetzt wird und die Wortwahl bei den Voten im politischen Umfeld mit hoher Sachlichkeit gewählt wird. Wir Alle können dies beeinflussen. Voll und ganz für unseren schönen Kanton Zug!
Für Ihr Interesse und Teilnahme an den bevorstehenden Wahlen bedanke ich mich.

Andreas Etter
Kantonsrat, CVP Menzingen

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